Schmerzen der Kopfhaut: Was tun?
Schmerzen der Kopfhaut können unangenehm sein und den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Sie äußern sich häufig als Druckempfindlichkeit, Brennen, Stechen oder Ziehen und können sowohl bei Berührung als auch ohne erkennbaren Auslöser auftreten.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von harmlosen Reizungen über Stress und Muskelverspannungen bis hin zu entzündlichen Hauterkrankungen.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Faktoren Kopfschmerzen und Schmerzen der Kopfhaut auslösen können.
Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten helfen und wie sich Kopfhautbeschwerden gezielt vorbeugen lassen.
- Was verursacht Schmerzen an der Kopfhaut?
- Was verursacht Haarwurzelschmerzen?
- Kopfhaut schmerzt: Was hilft?
- Wie lassen sich Kopfhautschmerzen vorbeugen?
Was verursacht Schmerzen an der Kopfhaut?
Mehrere Faktoren können zu Schmerzen an der Kopfhaut beitragen. Werfen wir einen Blick auf einige der häufigsten Ursachen:
Kopfhautentzündungen und Hauterkrankungen
Kopfhautentzündungen und Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten Auslösern von Kopfhautschmerzen.
Erkrankungen wie Schuppen, seborrhoische Dermatitis, Schuppenflechte oder Ekzeme können die Kopfhaut reizen und Rötungen, Juckreiz, Brennen und Druckempfindlichkeit verursachen.
Diese Entzündungen schwächen die Hautbarriere, wodurch die Kopfhaut empfindlicher auf Berührungen und alltägliche Reize wie Bürsten oder Haarewaschen reagiert.
Verspannungen und Muskelbelastung
Verspannungen und Muskelbelastungen können Kopfhautschmerzen verursachen, indem sie die Muskeln und das Bindegewebe von Kopf, Nacken und Schultern beeinflussen.
Anhaltender Stress, eine schlechte Körperhaltung oder lange Stunden am Schreibtisch führen häufig zu angespannten Nacken- und Kopfhautmuskeln.
Dadurch kann die Durchblutung vermindert werden und der Druck im betroffenen Bereich steigen.
Diese Spannung kann ein ziehendes, drückendes oder schmerzendes Gefühl auf der Kopfhaut auslösen, das sich bei Berührung des Kopfes oder bei Nackenbewegungen oft verstärkt.
Haarstyling

Haarstyling kann zu Kopfhautschmerzen beitragen, wenn wiederholt Zug oder mechanische Belastung auf Haare und Haarfollikel ausgeübt wird.
Enge Frisuren wie Zöpfe, Dutts, Pferdeschwänze oder Extensions ziehen an den Haarwurzeln und belasten die Kopfhaut.
Dadurch kann es zu Druckempfindlichkeit, Schmerzen sowie zu einem spannenden oder brennenden Gefühl kommen.
Der häufige Einsatz von Hitzestyling-Geräten, chemischen Behandlungen oder schweren Stylingprodukten kann die Kopfhaut zusätzlich reizen und die Hautbarriere schwächen.
Infektionen der Kopfhaut
Infektionen der Kopfhaut können Schmerzen verursachen, indem sie Entzündungen und Reizungen der Haut und der Haarfollikel auslösen.
Bakterielle oder pilzbedingte Infektionen wie Follikulitis oder Kopfpilz führen häufig zu Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen.
In manchen Fällen entstehen kleine, schmerzhafte Knötchen, Pusteln oder verkrustete Stellen, die die Kopfhaut besonders berührungsempfindlich machen.
Durchblutungsstörungen
Eine eingeschränkte Durchblutung kann Kopfhautschmerzen begünstigen, da die Versorgung der Kopfhaut und Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert wird.
Ist der Blutfluss eingeschränkt, kann sich die Kopfhaut empfindlich, gespannt oder schmerzhaft anfühlen, teilweise begleitet von Kribbeln oder Taubheitsgefühlen.
Faktoren wie anhaltende Muskelverspannungen, Kälteeinwirkung, Rauchen oder zugrunde liegende Gefäßerkrankungen können die Durchblutung der Kopfhaut beeinträchtigen.
Stress
Stress spielt eine wichtige Rolle bei Kopfhautschmerzen, da er Muskelverspannungen, eine erhöhte Nervenempfindlichkeit und entzündliche Prozesse im Körper fördern kann.
In Stressphasen verspannen sich häufig die Muskeln im Nacken- und Kopfbereich, was die Durchblutung reduziert und ein drückendes oder schmerzendes Gefühl auslösen kann.
Zudem kann Stress das Nervensystem sensibler machen, wodurch die Kopfhaut stärker auf Berührungen und alltägliche Reize reagiert.
Hormonelle Ungleichgewichte
Hormonelle Ungleichgewichte können zu Kopfhautschmerzen beitragen, indem sie die Hautempfindlichkeit, die Talgproduktion und entzündliche Prozesse beeinflussen.
Schwankungen von Hormonen wie Östrogen, Testosteron oder Schilddrüsenhormonen können die Kopfhaut reaktiver machen und die Neigung zu Reizungen oder Druckempfindlichkeit erhöhen.
Diese Veränderungen können zudem die Talgproduktion beeinflussen, was entweder zu Trockenheit oder zu übermäßiger Fettbildung führt und in beiden Fällen das Unwohlsein verstärken kann.
Zugrunde liegende Erkrankungen
Zugrunde liegende Erkrankungen können in manchen Fällen für Kopfhautschmerzen verantwortlich sein, insbesondere wenn die Beschwerden anhaltend oder stark ausgeprägt sind.
Erkrankungen wie Migräne, Neuralgien, Autoimmunerkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen können die Nerven, die Durchblutung oder die Entzündungsreaktionen der Kopfhaut beeinflussen.
In einigen Fällen treten Kopfhautschmerzen ohne sichtbare Hautveränderungen auf, wodurch sich die Beschwerden eher tief liegend oder diffus anfühlen.
Was verursacht Haarwurzelschmerzen?
Haarwurzelschmerzen, die häufig als ziehendes, druckempfindliches oder schmerzhaftes Gefühl an der Haarbasis beschrieben werden, können verschiedene Ursachen haben.
Eine der häufigsten Ursachen ist Zug auf die Haarfollikel durch enge Frisuren, häufiges Styling oder eine dauerhaft gleiche Haarposition, wodurch die Haarwurzeln und das umliegende Gewebe belastet werden.
Auch Entzündungen der Kopfhaut, ausgelöst durch Erkrankungen wie Schuppen, seborrhoische Dermatitis oder Follikulitis, können die Haarwurzeln empfindlich und schmerzhaft machen.
Stress und Muskelverspannungen können zudem die Nervenempfindlichkeit erhöhen und die Durchblutung der Kopfhaut verringern, was die Beschwerden im Bereich der Haarwurzeln verstärkt.
Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen, Infektionen oder eine überempfindliche Kopfhaut zu dieser Art von Schmerzen führen, selbst wenn keine sichtbaren Rötungen oder Reizungen vorhanden sind.
Kopfhaut schmerzt: Was hilft?
Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten, Schmerzen der Kopfhaut gezielt zu lindern.
Schonende Kopfhautpflege
Eine sanfte Kopfhautpflege ist entscheidend, um Kopfhautschmerzen zu reduzieren und weitere Reizungen zu vermeiden.
Die Verwendung milder, sulfatfreier Shampoos reinigt die Kopfhaut, ohne ihr natürliche Öle zu entziehen, die für den Erhalt der Hautbarriere wichtig sind.
Duftstofffreie oder hypoallergene Produkte sind besonders für empfindliche Kopfhaut geeignet, da starke Parfüme und Alkohol Reizungen und Unwohlsein auslösen können.
Auch das Waschen der Haare mit lauwarmem statt heißem Wasser hilft, Trockenheit und Entzündungen vorzubeugen.
Zusätzlich unterstützen der Verzicht auf starkes Kratzen, grobes Abtrocknen mit dem Handtuch und übermäßiges Bürsten die Regeneration der Kopfhaut und verringern die Empfindlichkeit mit der Zeit.
Spannung und Druck reduzieren
Das Reduzieren von Spannung und Druck auf der Kopfhaut kann wesentlich dazu beitragen, Kopfhautschmerzen und Haarwurzelschmerzen zu lindern.
Der Verzicht auf enge Frisuren wie Pferdeschwänze, Dutts, Zöpfe oder Extensions verhindert dauerhaften Zug an den Haarfollikeln, der zu Schmerzen und Entzündungen führen kann.
Die Haare häufiger offen zu tragen und den Scheitel regelmäßig zu wechseln reduziert die Belastung einzelner Kopfhautbereiche.
Leichte Haaraccessoires sowie das Vermeiden von langem Tragen von Mützen, Helmen oder Stirnbändern können den Druck zusätzlich verringern.
Mit der Zeit ermöglicht die Reduktion mechanischer Belastung der Kopfhaut und der Haarwurzeln, sich zu erholen und weniger empfindlich zu werden.
Kopfhautmassage
Eine Kopfhautmassage kann eine wirksame Methode sein, um Kopfhautschmerzen zu lindern, da sie die Durchblutung fördert und Muskelverspannungen reduziert.
Sanfte, langsame Bewegungen mit den Fingerspitzen regen die Blutzirkulation der Kopfhaut an und versorgen Haut und Haarfollikel besser mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Die verbesserte Durchblutung kann Spannungsgefühle, Druckempfindlichkeit und Schmerzen lindern.
Regelmäßige Kopfhautmassagen können zudem das Nervensystem beruhigen und stressbedingte Überempfindlichkeit reduzieren.
Für optimale Ergebnisse sollte die Massage behutsam und ohne Kratzen durchgeführt werden und kann bei trockener oder gereizter Kopfhaut mit einem pflegenden Öl oder Serum kombiniert werden.
Stressmanagement
Stressmanagement spielt eine wichtige Rolle bei der Linderung von Kopfhautschmerzen, da Stress Muskelverspannungen, Entzündungen und eine erhöhte Nervenempfindlichkeit fördern kann.
Bei hohem Stresslevel verspannen sich häufig die Muskeln im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich, was die Durchblutung einschränkt und Beschwerden auslösen kann.
Techniken wie tiefes Atmen, Meditation, regelmäßige Bewegung oder sanfte Dehnübungen helfen, diese Muskeln zu entspannen und das Nervensystem zu beruhigen.
Auch ein regelmäßiger Schlafrhythmus und kurze Pausen im Alltag können stressbedingte Kopfhautempfindlichkeit reduzieren und den allgemeinen Komfort der Kopfhaut verbessern.
Warme oder kühle Kompressen
Warme oder kühle Kompressen können Kopfhautschmerzen lindern, indem sie gezielt unterschiedliche Ursachen der Beschwerden ansprechen.
Eine warme Kompresse hilft, verspannte Kopfhaut- und Nackenmuskeln zu lockern, fördert die Durchblutung und kann spannungsbedingte Schmerzen lindern.
Eine kühle Kompresse hingegen wirkt beruhigend bei Entzündungen, reduziert Rötungen und lindert gereizte oder empfindliche Kopfhautbereiche.
Das Auflegen einer Kompresse für kurze Zeiträume von etwa 10 bis 15 Minuten kann Linderung verschaffen, ohne die Kopfhaut zu überreizen.
Ob Wärme oder Kälte besser geeignet ist, hängt oft davon ab, ob sich die Schmerzen eher muskulär oder entzündlich anfühlen.
Gezielte Kopfhautbehandlungen
Gezielte Kopfhautbehandlungen können besonders dann wirksam sein, wenn Entzündungen, Reizungen oder Hauterkrankungen vorliegen.
Medizinische Shampoos oder topische Behandlungen mit Wirkstoffen wie Ketoconazol, Zinkpyrithion oder Salicylsäure helfen, Entzündungen zu reduzieren.
Zudem tragen sie dazu bei, Schuppen zu kontrollieren und gereizte Haut zu beruhigen.
Bei trockener oder empfindlicher Kopfhaut können beruhigende Formulierungen mit Inhaltsstoffen wie Aloe vera, Panthenol oder Niacinamid die Hautbarriere stärken und Beschwerden lindern.
Eine regelmäßige und korrekte Anwendung dieser Produkte kann die Kopfhautgesundheit langfristig verbessern und Schmerzen sowie Empfindlichkeit verringern.
Hitze und aggressives Styling vermeiden
Der Verzicht auf Hitze und aggressives Styling ist wichtig, um die Kopfhaut zu schützen und Schmerzen sowie Empfindlichkeit zu reduzieren.
Der häufige Einsatz von Föhn, Glätteisen oder Lockenstab kann die Kopfhaut austrocknen und Reizungen oder Entzündungen begünstigen.
Chemische Behandlungen wie Blondieren, Dauerwellen oder häufiges Färben können die schützende Hautbarriere der Kopfhaut schwächen und das Unwohlsein verstärken.
Das Lufttrocknen der Haare, wann immer möglich, gibt der Kopfhaut Zeit zur Regeneration.
Zusätzlich hilft das Einschränken von chemischem und hitzebasiertem Styling dabei, weitere Reizungen und Druckempfindlichkeit zu vermeiden.
Durchblutung verbessern
Eine verbesserte Durchblutung kann helfen, Kopfhautschmerzen zu lindern, da sie eine gesunde Blutversorgung der Kopfhaut und Haarfollikel unterstützt.
Eine eingeschränkte Durchblutung kann zu Spannungsgefühlen, Druckempfindlichkeit oder Kribbeln führen, da die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen reduziert ist.
Einfache Gewohnheiten wie regelmäßige Bewegung, Dehnübungen für Nacken und Schultern sowie eine aufrechte Körperhaltung können Muskelverspannungen vorbeugen, die den Blutfluss einschränken.
Sanfte Kopfhautmassagen und moderate körperliche Aktivität fördern zusätzlich die Durchblutung.
Dadurch kann sich die Kopfhaut langfristig entspannter, angenehmer und weniger empfindlich anfühlen.
Ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die allgemeine Gesundheit der Kopfhaut und können Schmerzen sowie Empfindlichkeit reduzieren.
Eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und gesunden Fetten hilft, die natürliche Hautbarriere der Kopfhaut zu erhalten.
Außerdem unterstützt sie die normale Funktion von Nerven und Haut.
Ausreichendes Trinken und eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung können die Widerstandsfähigkeit der Haut verbessern.
Zudem tragen sie dazu bei, Entzündungen zu reduzieren und die Kopfhaut weniger empfindlich auf alltägliche Reize reagieren zu lassen.
Wie lassen sich Kopfhautschmerzen vorbeugen?
Die Vorbeugung von Kopfhautschmerzen beginnt mit einer guten Kopfhautpflege und der Reduktion häufiger Auslöser.
Verwenden Sie sanfte, nicht reizende Haarpflegeprodukte und vermeiden Sie übermäßiges Haarewaschen, Hitzestyling oder aggressive chemische Behandlungen, da diese die Schutzbarriere der Kopfhaut schwächen können.
Das Einschränken enger Frisuren sowie anhaltender Druck durch Mützen oder andere Kopfbedeckungen hilft, die Belastung der Kopfhaut und der Haarwurzeln zu reduzieren.
Ein bewusster Umgang mit Stress durch Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf kann spannungsbedingten Beschwerden vorbeugen.
Zusätzlich tragen leichte körperliche Aktivität, gelegentliche Kopfhautmassagen sowie eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr dazu bei, die Kopfhaut widerstandsfähig und weniger schmerzanfällig zu halten.
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